DIE ZAUBERWÄGELI-PFLEGEFACHPERSONEN SAGEN UNS...



Die Umarmung

Ich begleite einen 15jährigen Jugendlichen, das Zauberwägeli ganz nah an seinem Bett stationiert. Eine Ärztin klopft an die Tür und beim  Eintreten bittet sie mich um einige Zeit Intimität mit dem jungen Patienten und seiner Mutter.
Am Ende ihres Arztbesuches, nimmt sie mich beiseite und anvertraut mir dass der junge Bursche sowohl auch seine Mutter sehr mitgenommen sind, musste sie ihnen doch eine sehr harte Diagnostik verkünden: Hirntumor. 
Sie fährt fort mit den folgende Worten: «Alle beide haben Ihre Präsenz ganz besonders nötig».
Meine Hand auf der Türklinke, halte ich eine Minute an. Dies ist mein «Mini-Stopp»... um Hilfe zu fragen, zutiefst in meinem Herzen, bei der Seite in mir, die WEISS, die KENNT. Erst dann trete ich ein und finde mich direkt vor dem Jungen und seiner Mutter, offensichtlich zugrunde gerichtet ob dieser unhörbaren Diagnostik.
Auf der Stelle fühle ich, dass eine warmfühlende Umarmung wohl das beste für den Jungen wäre... «Aber darf ich das tun? Wage ich es, wage ich es nicht?» … in mir kämpft es...
Letztendlich nehme ich all meinen Mut und aus meinem Mund spriesst eine Frage: «Darf ich es wagen, Dich zu umarmen?»
... und, welch Wunder... der Junge öffnet mir gross seine Arme. Ich lade seine Mutter zu dieser warmherzigen und liebevollen Geste wahrhaftigen Mitgefühls ein. Ein grosser Knäuel Liebe... lebensnotwendig um die nächste Zukunft anzuschauen getrauen... auch wenn sie noch so schwierig und unannehmbar scheint.


      


Zauberwägeli Pflege = Heilerische Pflege ?

Während meiner Zauberwägli-Tour in der pädiatrischen Notfallstation mache ich mit einem 4jährigen Knaben Bekanntschaft.
Er ist in der Tagesabteilung, das heisst er muss einen ganzen lieben langen Tag im Spital bleiben.
Als ich ihn frage, wie es ihm gehe, macht er mich auf seinen Venen-Katheter aufmerksam. Er ist offensichtlich beunruhigt… vor allem möchte er wissen, wie man den Katheter entfernt und ob das wohl auch so weh tut wie das Einstechen.
Ich schlage ihm vor es ihm ganz genau zu erklären und es ihm sogar zu zeigen… mit Hilfe seines Teddybären.  Er und sowohl sein treuer Begleiter sagen beide: "Einverstanden!"
Ich bereite ein Katheter-Einsetzen vor und amüsiere mich, alles genau so professionell vorzubereiten wie immer, auf einem richtigen Verbandswagen.
Auch die Mutter des Knaben' schliesst sich mit Freude dem Spiele an.
Ich nehme einen Zahnstocher, noch sauber im Papier verpackt… das wird die Einstichnadel sein, perfekt!
Wir nehmen uns Zeit um seinen Teddy bequem einzurichten. Ich fordere den jungen Patienten auf, seinem Teddy zu erklären, dass der Nadelstich etwas wehtun werde, und ihn aufzufordern ganz tapfer zu sein… und vor allem ruhig zu bleiben.
Der Junge tut das prima… es gelingt ihm sogar die richtigen Worte zu finden; sein Plüschbär scheint beruhigt und vertrauensvoll.
Zusammen setzen wir den Katheter. Der Bär hat das Recht seine Angst in Worten auszudrücken, dies solange er will. Das Wichtigste ist, dass er seinen Arm nicht bewegt. Alles geht prima.
Bevor ich alles gut fixiere und den Arm auf eine Schiene lege, entferne ich sorgfältig den Zahnstocher, alias die Stechnadel…
Der kleine Knabe gratuliert seinem Bären: "Er sei stolz auf ihn!"
Ein weisser Verband wird noch umgelegt und so haben alle beide, der Junge und sein Teddy, denselben Verband  der den Katheter-Anschluss schützt.
Nun schlage ich dem Knaben vor, den Katheter wieder wegzunehmen, dies um ihm zu zeigen wie dieser Pflegeakt vor sich geht.
Die Hygienevorschriften genauestens beachtend,  gebe ich auch Acht dass alle meine Gesten dem normalen Protokoll entsprechen. Der Teddy scheint vertrauensvoll und der Knabe verfolgt Schritt für Schritt jede meiner Bewegungen.
Der Knabe scheint total beruhigt. Auch seine Mutter ist entspannt. Beide strahlen mich dankbar an… Der Teddy,  jedoch, möchte auch so sein wie sein Meister; so wiederhole ich die ganze Prozedur noch einmal…  zur Riesenfreude von allen.
Zum Abschied sagt mir der 4jährige: Auch ich möchte mal eine "Zauberwägeli- Krankenschwester" werden…
Glücklich verlasse ich das Trio, Mutter - Sohn und Teddybär… die elektrisch-gespannte Stimmung im Zimmer hat Platz gemacht für eine zuversichtliche und fröhliche Atmosphäre… die ganz natürlich auch ansteckend wirkt auf das gesamte medizinische Personal.


      


Max bekommt einen Spezialverband

Die Fachfrau, die den 4jährigen Max betreut, gibt mir folgenden Erfahrungsbericht: Max wurde heute operiert und ist seit 2 Stunden wieder zurück im Zimmer. Er sei noch schläfrig und vor einer Stunde hat er ein schmerzstillendes Medikament erhalten. Trotzdem ist er unruhig, aber zum Glück sind seine Eltern anwesend.
Als ich das Zimmer betrete, finde ich folgendes Bild vor: Max ist in der Bewegung seiner Arme sehr beeinträchtigt, am Arm  werden seine Vitalzeichen gemessen und am andern hängt die Infusion. Er sitzt jammernd im Bett, neben ihm Mutter und Vater, die offensichtlich beunruhigt sind. Sie vertrauen mir an, dass Max von einer fixen Idee besessen sei. Er wolle den Verband genau da berühren, wo die Infusion ist. Natürlich versuchen sie ihn daran zu hindern, doch dies macht ihn noch nervöser. Es ist eine richtige Teufelsspirale, er und sie werden halb wahnsinnig!
Ich nähere mich dem Jungen und frage, was ihn an dieser Stelle denn störe? Ob es ihm da weh täte? Auf sein nein sagendes Kopfschütteln hin führe ich mein Fragespiel weiter, um einzuschätzen was ihn in Wirklichkeit Sorgen macht. Er sagt, er wolle den Verband nicht sehen.
Wie kann diese Situation spielerisch gelöst werden?
Ich habe eine Idee: ich schlage ihm vor, damit Verstecken zu spielen.
Wir suchen auf dem Zauberwägeli, womit wir den Verband verbergen könnten. Max wählt einen rosaroten Teddybär und die Mutter findet ein dazu passendes Geschenks-Band, mit dem wir den Bär auf den Verband fixieren können:  Die Tarnung ist voll gelungen.                                              
Leuchtende Augen sind nun neugierig auf den Zauberwagen gerichtet und es ist Zeit, einer seiner Spielwünsche zu erfüllen.
Als ich Max, seinen rosaroten  Retter und die Eltern verlasse, ist die gespannte Stimmung einer zuversichtlichen und fröhlichen Atmosphäre gewichen, durch die sich auch das Personal anstecken lässt.


      


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